Röntgengeräte in der Archäologie

Röntgengeräte in der Archäologie

Die Mitarbeiter der ETU "LETI" konnten mittels Radiographie das biologische Alter der Mumie eines skythischen Mädchens bestimmen.

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Im Jahre 1988 entdeckten Archäologen am rechten Ufer des Flusses Jenissei im Zentrum von Tuwa auf der Grabstätte Saryg-Bulun die mumifizierten Überreste eines Mädchens in einem Holzblock (ein Stamm mit ausgehöhlter Mitte) mit einer für ein Kind ungewöhnlichen Ausrüstung - reiche Kriegerausrüstung, die für männliche Bestattungen typisch ist (Bogen, Köcher mit Pfeilen usw.).

Die LETI-Mitarbeiter haben die Mumie mittels digitaler Mikrofokus-Radiographie untersucht. Für solche Untersuchungen gibt es an der Universität spezielle Geräte, deren Größe es ermöglichte, alle Untersuchungen unmittelbar im Museum durchzuführen.

Als Strahlungsquelle wurde ein tragbares Mikrofokus-Röntgengerät verwendet, das von einem kleinen Unternehmen der ETU "LETI" entwickelt wurde. Die Aufnahmen wurden mit der an der "LETI" entwickelten Software verarbeitet.

Nach der Analyse der Aufnahme der Kiefer der Mumie wurde festgestellt, dass das biologische Alter des Mädchens zum Zeitpunkt des Todes 6-7 Jahre betrug. Es zeigte auch Anzeichen von Rachitis.

Die Untersuchung der Mumie ermöglichte es, den Erhaltungszustand der Überreste zu beurteilen und die Position der Bestatteten zu klären. Darüber hinaus hat man ein bisher unbemerktes Messer im Holzblock und einen Metallring am Finger gefunden. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden es Archäologen ermöglichen, ihre Vorstellungen über die Kultur der frühen skythischen Zeit (VIII-VI Jahrhunderte v. Chr.) zu vertiefen und festzustellen.