Nanopartikel für den gezielten Wirkstofftransport

Nanopartikel für den gezielten Wirkstofftransport

Die Plattform für die Abgabe eines Medikaments zur Behandlung gefährlicher Herzkrankheiten basiert auf Nanopartikeln: Magnetit und Kieselsäure.

64

Die gezielte Verabreichung von Arzneistoffen und Diagnostika (Theranostik) gewährleistet den Transport von Medikamenten zu einem bestimmten Körperbereich, einem einzelnen Organ und sogar einer Zelle mithilfe biotechnologischer Produkte wie Kapseln und Partikel in Nanogröße. Gleichzeitig ermöglicht die Theranostik aufgrund der relativ hohen Treffsicherheit, die zur Behandlung benötigte Medikamentendosis zu reduzieren und im Falle des Einsatzes toxischer Arzneimittel die Gesamtbelastung des Körpers zu senken. Der Stand der technologischen Entwicklung erlaubt es jedoch bisher nicht, diese Methode in die breite medizinische Praxis einzuführen.

Am Lehrstuhl für Mikro- und Nanoelektronik der St. Petersburger Elektrotechnischen Universität "LETI" wurden mehrschichtige Nanopartikel für die Diagnose und gezielte Abgabe von Arzneistoffen bei Herzinfarkt gewonnen. Eine bekannte pharmakologische Verbindung, Chinacrin, wurde als Medikament verwendet, weil es kürzlich kardioprotektive Eigenschaften gezeigt hat.

Präklinische Tests der Plattform wurden an Nagetieren durchgeführt. Nagetieren mit Myokardinfarkt wurden Nanopartikel in Form einer wässrigen Suspension intravenös injiziert. Da gesundes und geschädigtes Herzgewebe unterschiedliche Permeabilitätsparameter aufweisen, sammelten sich Nanopartikel im Infarktgebiet an. 

Mit Hilfe eines Fluoreszenztomographen gelang es den Forschern, den Ort der Ansammlung von Partikeln festzustellen und so den Herzinfarkt zu lokalisieren. Innerhalb einiger Tage lösten sich die Hüllen der Nanopartikel auf und der Kardioprotektor begann zu wirken.

Die Ergebnisse der Forschung wurden im International Journal of Molecular Sciences veröffentlicht.